Live Wetten Anbieter 2026: Welche Anbieter in Deutschland Livewetten anbieten dürfen
Stand: 17. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Wer live auf ein laufendes Spiel setzen will, hat in Deutschland nicht freie Auswahl. Eine deutsche Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist Pflicht, und der Glücksspielstaatsvertrag von 2021 grenzt das Angebot während eines Spiels spürbar ein: Livewetten dürfen während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse wie das nächste Tor im Fußball oder den nächsten Satz im Tennis angeboten werden. Märkte für die nächste Ecke, den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball sind nicht erlaubt. Welche Anbieter auf der Whitelist stehen, wie sie sich bei Cash Out, Auszahlung und Bonusbedingungen unterscheiden und was eine Livewette rechnerisch wert ist, zeigt dieser Vergleich.
Neue Anbieter im Livewetten-Markt 2026
Die Whitelist der GGL wächst, aber nicht jedes neue Logo bedeutet ein neues Livewetten-Erlebnis. Bis zum Snapshot vom 2. Oktober 2026 führt sie 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis. Der jüngste Erstdatum-Eintrag stammt von Bet3000 mit Erstdatum 22. April 2026, gehalten von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta. MERKUR BETS ist seit 6. November 2023 mit einer Erlaubnis eingetragen, die Merkur Bets Malta Limited als Inhaberin nennt. Beide Marken sind also nicht „neu“ im Markt, sondern nur jünger im deutschen Erlaubnissystem als die Wettbewerber, deren Erstdatum 2020 oder 2021 ist.

Was ein neuer Name verrät – und was nicht: Die Erlaubnis ist die Eintrittskarte, kein Qualitätsurteil. Sie sagt, dass OASIS, LUGAS, die 1.000-€-Standardlimit-Datei und das 18-Jahres-Mindestalter angewandt werden, nicht aber, wie schnell die Quote sich während eines Spiels bewegt, wie tief das Livewetten-Programm reicht oder wie zügig eine Auszahlung ankommt. Vor dem ersten Tipp lohnt ein Blick auf das Sportwettprogramm des Anbieters, auf die Verfügbarkeit von Cash Out und auf die AGB zur Annahmegeschwindigkeit. Wer sich nur am Namen orientiert, riskiert einen Anbieter mit voller Erlaubnis und schmalem Livewetten-Angebot.
Ranking: Zehn Livewetten-Anbieter im Vergleich
Die folgende Tabelle ordnet die zehn Anbieter, die im weiteren Verlauf dieses Vergleichs ausführlich dargestellt werden, nach Erlaubnisstatus. Sie ist eine Momentaufnahme der Whitelist vom 2. Oktober 2026, keine Empfehlung.

| Anbieter | Whitelist-Status | Erlaubnisinhaber | Erstdatum Erlaubnis |
|---|---|---|---|
| Interwetten | Whitelist Sportwetten | Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
| Sportingbet | Whitelist Sportwetten | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| ODDSET | Whitelist Sportwetten | ODDSET Sportwetten GmbH | 18.11.2020 |
| bwin | Whitelist Sportwetten | bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| bet365 | Whitelist Sportwetten | Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020 |
| 888sport | Whitelist Sportwetten | 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| Tipico | Whitelist Sportwetten | Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
| MERKUR BETS | Whitelist Sportwetten | Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| Sportwetten.de | Whitelist Sportwetten | NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| Bet3000 | Whitelist Sportwetten | I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
Was die Spalte nicht zeigt: Die Whitelist führt weder ein Auslaufdatum noch eine qualitative Bewertung. Eine Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre, eine Verlängerungsmöglichkeit ist im Gesetz angelegt. Wer seinen Anbieter prüft, sieht auf der Whitelist das Datum der Erteilung und – je nach Anbieter – das Datum einer Folgebescheidigung; ob die Erlaubnis heute noch besteht, prüft die Whitelist tagesaktuell.
Was Livewetten sind und wie sie funktionieren
Livewetten sind Wetten, die noch während des laufenden Spiels angenommen werden. Die Annahmephase endet erst nach Spielbeginn, gegebenenfalls zuzüglich einer Karenzzeit. Vor dem Spiel platzierte Wetten zählen nicht als Livewetten, auch wenn der Tipp denselben Markt betrifft. Der Unterschied zu Vorabwetten liegt nicht nur im Zeitpunkt, sondern in der Mechanik: Während eines Tores, einer Roten Karte oder einer Spielunterbrechung müssen die Quoten neu berechnet oder die Wettabgabe vorübergehend ausgesetzt werden. Diese Anpassung erfolgt bei vielen Anbietern automatisch, gesteuert vom Spielstand, dem Einsatzvolumen und der verbleibenden Spielzeit.
Drei Wettmärkte dominieren das Livewetten-Geschäft: die Wette auf das nächste Tor, die Restzeitwette und die Tore-ab-jetzt-Wette. Branchenangaben sprechen von einem gemeinsamen Marktanteil von etwa 60 bis 70 Prozent. Das ist kein Zufall: Diese Märkte haben kurze Wiederholungsintervalle und lassen sich in wenigen Sekunden entscheiden. Wer ein Tor tippt, will eine schnelle Auswertung sehen.
Die Annahme einer Livewette dauert bei den meisten Anbietern wenige Sekunden. Interwetten nennt 5 bis 10 Sekunden, und die Regel ist einfach: Steigt die Quote zwischen Klick und Bestätigung, wird die Wette automatisch angenommen; sinkt sie, wird die Wette nicht angenommen. Wer mitten in der Annahme eine Quote sieht, die sich noch bewegt, bekommt also nicht automatisch den besseren Preis. Winamax formuliert es ähnlich: Sinkt die Quote, erscheint die neue Quote und der Kunde entscheidet selbst, ob er annimmt oder ablehnt. Wette ohne Live-Kennzeichnung nach Spielbeginn riskiert die Annullierung.
Ein Sonderfall ist das Courtsiding: Wetten werden vom Veranstaltungsort aus platziert und nutzen die Zeitverzögerung der Quotenanpassung. Anbieter mit deutscher Erlaubnis haben dies technisch unterbunden; die GGL setzt hier einen strengen Rahmen.
Wann und wie die Quote geprüft wird
Wer live tippt, sieht die Quote, klickt – und bekommt nicht immer das, was er gesehen hat. Das ist keine Marotte, sondern Vertragsbestandteil. Interwetten schreibt dazu in seinen AGB: Annahme dauert 5 bis 10 Sekunden, steigt die Quote, wird angenommen, sinkt sie, wird nicht angenommen. Winamax zeigt bei sinkender Quote den neuen Wert an und überlässt dem Kunden die Entscheidung. WettArena geht noch einen Schritt weiter: Live-Wetten können dort nicht storniert werden, das Livewetten-Angebot kann jederzeit geändert, die Wettabgabe gesperrt werden. Eine Kombi- oder Systemwette zählt bei WettArena als Livewette, sobald mindestens eine Komponente live ist.
Drei Konsequenzen für den Kunden: Wer auf eine sich bewegende Quote klickt, sollte sich bewusst sein, dass das, was er nach 5 bis 10 Sekunden bekommt, nicht immer der Klick-Preis ist. Wer eine schnelle Auswertung erwartet, sollte prüfen, ob der Anbieter die Sperre bei Toren handhabt, ohne den Spielfluss zu unterbrechen. Wer System- oder Kombiwetten platziert, sollte prüfen, ab wann ein Tipp als Livewette zählt – bei WettArena sofort, sobald eine Komponente live ist, was sich auf Cash Out und Bonusumsatz auswirken kann.
Livewetten und Spielunterbrechungen
Wenn ein Spiel unterbrochen wird – Regenpause, Verletzungsunterbrechung, Spielabbruch – bleiben die Wetten nicht automatisch offen. WettArena formuliert eine klare Regel: Bleibt das Spiel innerhalb von 24 Stunden nach dem neuen Anstoß wieder aufgenommen, bleiben die Wetten gültig. Wird kein neuer Termin festgelegt, werden offene Wetten mit der Quote 1,00 gewertet. Wer also auf ein Spiel tippt, das am späten Abend unterbrochen wird und erst am nächsten Nachmittag weitergeht, behält seinen Tipp. Wer auf ein Spiel tippt, das nach zwei Tagen Pause endgültig abgesagt wird, bekommt den Einsatz zurück – ohne Gewinn.
Ausnahmen bestätigen die Regel: Anbieter können Wetten stornieren oder Quoten anpassen, wenn der Spielverlauf von der Norm abweicht. Die AGB der meisten Anbieter enthalten Klauseln, die Wetten bei offensichtlichen Quotenfehlern, technischen Störungen oder Verdacht auf Manipulation als ungültig erklären. Diese Klauseln sind keine Schikane, sondern Ausdruck einer Vertragsbeziehung, die der Anbieter aktiv steuert.
Was die Rechtslage erlaubt – und was nicht
Die Rechtslage für Livewetten in Deutschland steht im Glücksspielstaatsvertrag 2021, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist. Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale). Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV und überwacht den Markt, kann Verstöße mit Bußgeldern ahnden. Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 ist die einzige verlässliche Quelle für die Frage, ob ein Anbieter eine Erlaubnis hat – eine .de-Domain allein beweist nichts.

Was Livewetten angeht, schreibt § 21 Abs. 4 GlüStV die erlaubten Märkte eng vor: Während eines laufenden Ereignisses sind nur Wetten auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse im Spiel erlaubt. „Selten“ meint hier eine seltene Häufigkeit im Sport, nicht eine seltene Wette. Nächstes Tor im Fußball ja, nächster Satz im Tennis ja – nächster Punkt im Tennis nein, nächster Korb im Basketball nein, nächste Ecke im Fußball nein. Anbieter, die mehr anbieten, bewegen sich außerhalb der Erlaubnis, selbst wenn sie auf der Whitelist stehen.
Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren – die GGL-Praxis stuft Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport ein – sowie manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. Esports: Die GGL teilt mit, dass Wetten auf Esports nicht möglich sind, weil Esports nicht als Sport anerkannt wird. Es gibt keine lizenzierten Esports-Wetten in Deutschland. Virtuelle Sportarten: nicht etabliert – zur rechtlichen Lage schweigt die Forschung.
Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt. Die Warnung ist nicht abstrakt: Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, hat keinen Zugang zu OASIS, zur LUGAS-Limitdatei und nicht zwingend den gesetzlichen Auszahlungsanspruch, den § 6b Abs. 6-7 GlüStV für Whitelist-Anbieter vorsieht.
Die höchstrichterliche Klärung
Am 25. Juli 2024 hat der Bundesgerichtshof dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die europarechtliche Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht (Az. I ZR 90/23). Im konkreten Fall fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Am 19. März 2026 hat Generalanwalt Nicholas Emiliou in der Rechtssache C-530/24 (Tipico) in seinen Schlussanträgen formuliert, dass es grundsätzlich möglich sei, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit einer Ausnahme: Wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen, entfällt dieser Anspruch.
Was das für den Kunden bedeutet: Die Tür zur Rückforderung ist nicht zugemauert, aber auch nicht weit offen. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis gespielt hat und den Einsatz zurückfordert, kann sich auf eine offene Vorlagefragen-Konstellation berufen – ohne Garantie auf Erfolg. Wer bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis spielt, hat dieses Risiko nicht, weil der Vertrag auf einer gültigen Erlaubnis beruht.
Spielerschutz in Echtzeit
Livewetten sind der Bereich, in dem Spielerschutz besonders schnell greifen muss. Impulsive Einsätze nach einem Gegentor oder einer Roten Karte sind ein bekanntes Muster, und der Gesetzgeber hat drei Mechanismen geschaffen, die genau hier eingreifen.

Erstens: Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat, summiert über alle Anbieter hinweg. Die Limitdatei LUGAS sorgt dafür, dass ein Spieler nicht bei Anbieter A 800 € und bei Anbieter B 800 € einzahlt und so das Limit umgeht. Eine Erhöhung ist nur mit nachweislich wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich, eine Selbstauskunft reicht nicht – ein Anbieter kann für einen Spieler ein höheres Limit setzen, bis 10.000 €, und für maximal ein Prozent seiner aktiven Spieler sogar bis 30.000 €. Eine Senkung gilt sofort, eine Anhebung frühestens nach sieben Tagen.
Zweitens: OASIS, das Spielersperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV, ist die bundesweite Sperrdatei. Anbieter mit deutscher Erlaubnis prüfen OASIS bei Registrierung und Login. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Sperrdauer nennt, sonst mindestens ein Jahr. Wer in OASIS eingetragen ist, kann sich nicht bei einem anderen Anbieter anmelden.
Drittens: Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Der Mechanismus ist für genau den Moment gedacht, in dem der Kunde während eines Spiels merkt, dass er die Kontrolle verliert.
Parallel-Spiel ist verboten (§ 6h GlüStV): Die Aktivitätsdatei LUGAS verhindert, dass ein Spieler bei mehreren Anbietern gleichzeitig aktiv ist. Wer bei Anbieter A eine Wette platziert, kann nicht in derselben Sekunde bei Anbieter B eine andere Wette abschließen. Das klingt restriktiv, ist aber konsequent: Es verhindert Arbitrage-Setzungen, die das Wettgeschäft verzerren.
Was bei Offshore-Anbietern fehlt: Sie sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen, wenden das 1.000-€-Standardlimit nicht an und kennen den Panikbutton nicht. Wer dort spielt, hat diese drei Schutznetze nicht – und kein deutsches Rückforderungsrecht im Streitfall. Das ist keine Dramatisierung, sondern eine sachliche Folge des fehlenden Anschlusses an die deutsche Infrastruktur.
Neukundenangebote unter der Lupe
„Willkommensbonus“, „Freiwette“, „Risikofreie Wette“ – die Werbeabteilungen der Anbieter kennen viele Worte für einen Mechanismus: Geld, das nur unter Bedingungen Geld wird. Bei Sportwetten.de läuft der Willkommensbonus vom 15.06.2024 bis 31.12.2026 und muss innerhalb von 30 Tagen ab der Ersteinzahlung umgesetzt werden, sonst verfällt er. Vorzeitig per Cash Out ausgewertete Wetten zählen nicht zum Umsatz. Einzahlungen mit der Kundenkarte sind vom Bezug des Bonus ausgeschlossen – eine Eigenheit, die im Kleingedruckten steht.

Bei Winamax zählen Cashout-Wetten und stornierte Wetten nicht zur Umsetzung der Einzahlung. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto – das ist eine harte Bindung an die Person, nicht an den Account. Bei MERKUR BETS wird bei einer mit Freebet platzierten Wette kein Cashout angeboten; bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt. Die Freebet gilt nicht für Wetten mit Quotenboost. Bei Interwetten ist Cash Out für Freebets und Bonusgeld nicht verfügbar.
Was das für den Kunden bedeutet: „Risikofreie“ Wetten sind nicht risikofrei im gewöhnlichen Sinn. Wer eine „risikofreie“ Wette verliert, bekommt den Einsatz oft als Freebet zurück, nicht als Bargeld – und diese Freebet unterliegt eigenen Bedingungen. Der Mechanismus ist eher ein Baustein im Marketing als ein Geschenk. Wer Cash Out nutzt, riskiert bei vielen Anbietern, dass die Wette nicht zum Bonusumsatz zählt – eine Folge, die im Kleingedruckten steht.
Auszahlung und Zahlungsabwicklung
Wer eine Auszahlung anfordert, hat den offiziellen Spielschluss abgewartet – die Auszahlung von Gewinnen erfolgt erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Bei laufenden Spielen ist das noch nicht der Fall. Die Zahlungsabwicklung selbst hängt am Zahlungsmittel, das der Anbieter anbietet. PayPal, Klarna, Kreditkarte, paysafecard – jeder Anbieter hat seine eigene Liste, und die Whitelist schreibt nicht vor, welche Marke ein Anbieter akzeptieren muss.

Was der Gesetzgeber vorschreibt: Zahlungen müssen von einem Zahlungskonto auf den Namen des Spielers erfolgen, bei einem Institut, das dem Geldwäschegesetz unterliegt (§ 6b Abs. 4 GlüStV). Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt – das schließt Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Produkte aus dem lizenzierten Markt aus. Spielerguthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Konto-Schließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).
Was das im Alltag heißt: Wer mit PayPal einzahlt, hat oft eine schnellere Auszahlung als jemand, der eine Banküberweisung wählt. Die Auszahlungsdauer ist keine Frage der Lizenz, sondern der betrieblichen Abwicklung. Wer die Auszahlungsdauer bei einem Anbieter prüft, sollte das tun, bevor er eine größere Summe einzahlt – nicht erst, wenn er sie auszahlen will.
Cash Out: Was es ist und was es kostet
Cash Out ist eine Anbieterfunktion, kein gesetzlicher Anspruch. Der Mechanismus erlaubt es, eine Wette vorzeitig abzurechnen – zu einem Betrag, den der Anbieter auf Basis der aktuellen Quoten und des Spielstands festlegt. Cash Out hat keine gesetzliche Grundlage im GlüStV; es ist eine Serviceleistung, die der Anbieter anbietet, einschränkt oder deaktiviert.
Interwetten kann Cash-Out-Angebote laut Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren. Sportingbet schränkt Cash Out auf Einzel- und Kombiwetten ein – Systemwetten sind ausgeschlossen, Wetten, die als FreeBet abgeschlossen wurden, ebenfalls. Der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach Wettauswertung gutgeschrieben, also nicht in Echtzeit auf dem Spielkonto, sondern nach Ende des Marktes. MERKUR BETS schließt Cash Out für Freebet-Wetten aus und zahlt bei Gewinn den Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes aus. Winamax zählt Cashout-Wetten nicht zur Umsetzung des Willkommensbonus. WettArena erlaubt keine Stornierung von Live-Wetten.
Die Auszahlung ist ein zweischrittiger Prozess: Der Anbieter nennt einen Cash-Out-Betrag, der Spieler nimmt an, der Betrag wird nach Wettauswertung gutgeschrieben – nicht sofort. Das ist kein technischer Defekt, sondern Vertragsbedingung. Wer mit Cash Out spielt, akzeptiert einen Betrag, der nicht zwingend dem entspricht, was die Wette bei natürlichem Verlauf wert gewesen wäre.
Strategie, Statistik und die Quote
Statistiken zu Ballbesitz, Torschüssen und Form helfen bei der Einschätzung. Sie ersetzen aber nicht die Prüfung der Quote und ein festes Budget. Wer auf ein Fußballspiel tippt und dem Anbieter eine Quote von 2,10 für Heimsieg sieht, sollte wissen, dass die Marge des Anbieters Teil dieser Quote ist. Der Quotenschlüssel – die Auszahlungsquote – ist die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Bei einem Drei-Wege-Markt (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) addieren sich die Kehrwerte zu einer Zahl unter 100; der Rest ist die Marge des Anbieters. Eine typische Marge für Hauptmärkte liegt zwischen 4 und 6 Prozent, bei Nebenmärkten höher.

Konkrete Preise nennt die Forschung nur für wenige Ereignisse; die meisten Märkte sind in der Tabelle ohne Preis. Wer Preise vergleicht, vergleicht sie für denselben Markt, dasselbe Ereignis und denselben Snapshot-Zeitpunkt. Ein Preis für „nächster Satz, Spiel X“ am Donnerstagmorgen ist nicht der Preis am Donnerstagabend.
Wer eine Quote sieht und sie für „sicher“ hält, irrt. Eine Quote von 1,20 bedeutet, dass der Anbieter dem Ereignis eine hohe Wahrscheinlichkeit zumisst – nicht, dass das Ereignis eintritt. Die Marge steckt in jeder Quote, und der Anbieter kalkuliert auf lange Sicht, nicht auf den Einzelfall.
Wettmärkte und ihre Mechanik
Wettmärkte reichen vom Endergebnis über das nächste Tor bis zu Eckballwetten und Halbzeit-/Endstand-Kombinationen. Der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt nur das, was die GGL im Sportwettprogramm genehmigt hat (§ 21 Abs. 5). Livewetten sind dabei enger begrenzt als Vorabwetten: Während eines laufenden Spiels nur Endergebnis und seltene Ereignisse – nächster Satz im Tennis ja, nächster Punkt nicht.

Eckballwetten, die nächste Ecke, die nächste Gelbe Karte – das sind Märkte, die in der Werbung häufig vorkommen, aber während eines laufenden Spiels in der Regel nicht erlaubt sind. Manche Anbieter bieten sie als Vorabwette an, vor Spielbeginn; sobald das Spiel läuft, ist die Annahme für diese Märkte geschlossen. Das ist keine Eigenheit des Anbieters, sondern die Folge der gesetzlichen Begrenzung.
Wettkonfiguratoren, Kombi-Boost, Quoten-Boost – Anbieter wie bet365 oder bwin werben mit diesen Funktionen. bet365 beschreibt im Hilfezentrum den Wetten-Konfigurator, Gewinn-Boost, Cash Out, „Einwechslung+“ und „Wette teilen“ als Funktionen. bwin bewirbt in der App-Beschreibung Cashout (manuell und automatisch), Live-Streams und Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und Quoten-Boost. Diese Funktionen sind kein Werbegag, sondern Bestandteil der Benutzeroberfläche. Ihr Nutzen hängt davon ab, ob der Markt, den der Kunde tippen will, überhaupt angeboten wird.
Sportarten und Turniere im Livewetten-Programm
Fußball, Tennis, Basketball, Formel 1 – das sind die Sportarten, die in fast jedem Livewetten-Programm vorkommen. Fußball dominiert das Livewetten-Aufkommen, weil die Spielstruktur viele kleine Ereignisse produziert – Tore, Ecken, Gelbe Karten, Fouls. Tennis hat im Livewetten-Markt eine Sonderstellung: Der nächste Satz ist ein „seltenes Ereignis“ im Sinne des Glücksspielstaatsvertrags, der nächste Punkt nicht. Anbieter mit deutscher Erlaubnis bieten daher Livewetten auf den nächsten Satz an, aber nicht auf den nächsten Punkt.
Basketball ist ähnlich: Der nächste Korb ist kein „seltenes Ereignis“, also keine Livewette während des Spiels. Snooker, Formel 1, NFL – die Verfügbarkeit hängt vom Anbieter und vom Sportwettprogramm ab. Die GGL prüft, welche Sportarten und Märkte angeboten werden, und genehmigt nur, was ins genehmigte Sportwettprogramm passt.
Was das für den Kunden bedeutet: Wer eine bestimmte Sportart live tippen will, prüft das Sportwettprogramm des Anbieters vor der Anmeldung. Eine generelle Aussage „Anbieter X hat alle Sportarten“ gibt es nicht – die Verfügbarkeit variiert.
Wie viel eine Livewette zahlt
Eine Livewette zahlt, was Wette immer zahlt: Einsatz mal Quote. Bei 10 € Einsatz und einer Quote von 2,50 ergibt sich ein Brutto-Rücklauf von 25 €. Der Nettogewinn – Einsatz zurück plus Gewinn – liegt bei 15 €. Bei einer Quote von 2,50 hat der Anbieter eine implizite Wahrscheinlichkeit von 40 % angesetzt, bevor er seine Marge einrechnet. Was tatsächlich ausgezahlt wird, hängt vom Spielverlauf ab; die Quote gilt nur, wenn die Wette angenommen wird.
Das ist das Grundprinzip: Der Rücklauf einer einzelnen Wette ist fest, sobald die Quote steht. Die Frage, ob die Wette gewinnt, ist eine andere – und sie lässt sich mit der Quote allein nicht beantworten. Wer die Quote sieht, sieht nicht die Wahrscheinlichkeit, sondern den Preis, den der Anbieter für ein bestimmtes Risiko zahlt.
Rechenbeispiel: 10 € Einsatz, Quote 2,50, die Wette wird angenommen und gewinnt. Rücklauf: 25 €. Davon sind 10 € Einsatz und 15 € Nettogewinn. Verliert die Wette, ist der Einsatz weg. Die Wettsteuer von 5,3 % wird vom Anbieter getragen oder an den Kunden weitergegeben – das hängt vom Anbieter ab, nicht vom Gesetz. Wer eine Auszahlung erhält, bekommt in der Regel den Bruttobetrag; die Frage, ob die Steuer vorher abgezogen wurde, prüft der Kunde in den AGB des Anbieters.
Interwetten: Solide Erlaubnis, technische Klarheit
Interwetten ist seit dem 2. November 2020 mit deutscher Erlaubnis auf der Whitelist, gefolgt von einer Folgebescheidigung am 27. Dezember 2022. Inhaber ist die Interwetten Gaming Limited. Die Annahmeregel für Livewetten – 5 bis 10 Sekunden, steigende Quote automatisch angenommen, sinkende Quote nicht angenommen – ist klar dokumentiert und macht das Verhalten der Wette beim Klicken nachvollziehbar.
Cash Out ist verfügbar, kann aber laut Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktiviert werden. Für Freebets und Bonusgeld ist Cash Out ausgeschlossen. Das ist ein typischer Ausschluss, der bei vielen Anbietern vorkommt; er bedeutet, dass ein Bonusumsatz mit Cash Out beschleunigt werden kann, wenn der Anbieter die Funktion aktiviert lässt – und nicht beschleunigt werden kann, wenn er sie deaktiviert.
Wer einen Anbieter sucht, der die Annahmeregel klar kommuniziert, ist hier richtig. Wer auf eine breite Auswahl an Livewetten-Märkten Wert legt, sollte prüfen, ob das Sportwettprogramm die gewünschten Märkte umfasst – die Erlaubnis sagt nichts über die Tiefe des Programms.
Sportingbet: Cash Out mit Einschränkungen
Sportingbet ist seit dem 9. Oktober 2020 mit deutscher Erlaubnis auf der Whitelist, die Sportingbet (Deutschland) Limited fungiert als Inhaber, mit einer Folgebescheidigung vom 21. Dezember 2022. Cash Out ist nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten oder FreeBets. Der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird nach Wettauswertung gutgeschrieben.
Wer mit Systemwetten arbeitet, hat hier eine Einschränkung. Wer FreeBets nutzt, hat ebenfalls keine Cash-Out-Option. Die Kombiwette funktioniert, was für die meisten Livewett-Strategien ausreicht. Die Gutschrift nach Wettauswertung ist kein Nachteil gegenüber Echtzeit-Auszahlung – sie ist die Regel.
ODDSET: Deutsche Wurzeln, klare Aufsicht
ODDSET ist seit dem 18. November 2020 mit deutscher Erlaubnis auf der Whitelist und wird durch die ODDSET Sportwetten GmbH betrieben. Die Erlaubnis wurde am 15.12.2022 durch das Regierungspräsidium Darmstadt für Online- und stationäre Sportwetten erteilt; Aufsichtsbehörde ist die GGL. ODDSET ist als Teil der staatlichen Lotteriegruppe der einzige Anbieter mit direkter staatlicher Verwurzelung.
Die Folgebescheidigung am 15.12.2022 ist nicht das Erstdatum der Erlaubnis – sie ist die Folgebescheidigung, die das Erstdatum 18.11.2020 fortschreibt. Die Erlaubnis gilt, solange der Anbieter auf der Whitelist geführt wird; eine feste Laufzeit wird in der Übersicht nicht genannt. Wer einen Anbieter mit klarer deutscher Aufsicht sucht, findet hier einen Anbieter, der seine Erlaubnis offiziell vom Regierungspräsidium erhalten hat und unter der Aufsicht der GGL steht.
bwin: App-Funktionen im Fokus
bwin ist seit dem 9. Oktober 2020 mit deutscher Erlaubnis auf der Whitelist gelistet; Inhaber ist die bwin (Deutschland) Limited, eine Folgebescheidigung wurde am 23.12.2022 erteilt. Die im Apple App Store verfügbare App der bwin.party entertainment Limited bietet Cashout (manuell und automatisch), Live-Streams, Statistiken sowie Kombi- und Quoten-Boosts an.
Cashout in zwei Varianten – manuell und automatisch – gibt dem Kunden die Wahl: Manuell ist der Kunde am Drücken, automatisch löst die Wette sich selbst bei einem bestimmten Kurs aus. Beide Varianten sind Livewetten-Funktionen, die das Erlebnis während des Spiels prägen. Die Frage, ob die Funktion aktiviert ist, hängt vom Markt ab – nicht alle Märkte erlauben Cashout, und nicht alle Quoten sind hoch genug, dass der Anbieter einen Cashout-Kurs anbietet.
bet365: Konfigurator und Spielersatz
bet365 ist seit dem 9. Oktober 2020 mit deutscher Erlaubnis auf der Whitelist. Inhaber der Erlaubnis ist die Hillside (Europe) ENC, ansässig in Ta’Xbiex, Malta (Stand Whitelist: 2. Oktober 2026), die Folgebescheidigung stammt vom 27.12.2022. Das Hilfezentrum bietet Funktionen wie Wetten-Konfigurator, Gewinn-Boost, Cash Out, „Einwechslung+“ sowie „Wette teilen“ an.
„Einwechslung+“ läuft als Spielerwette weiter, wenn der getippte Spieler ausgewechselt wird – eine Funktion, die vor allem Fußballtipper betrifft, die auf Torschützen oder besondere Aktionen eines Spielers setzen. „Wette teilen“ erlaubt es, eine Kombiwette teilweise abzuarbeiten, ohne alle Komponenten zu riskieren. Der Wetten-Konfigurator baut Kombiwetten aus mehreren Märkten desselben Spiels zusammen.
Die Malta-Basis der Hillside (Europe) ENC hat keine Auswirkung auf die deutsche Erlaubnis – die Erlaubnis ist deutsch, der Whitelist-Eintrag deutsch, die Aufsicht durch die GGL deutsch. Die Frage, wo ein Anbieter seinen Sitz hat, ist getrennt von der Frage, ob er eine deutsche Erlaubnis hat.
888sport: Britisch-gibraltarische Holding
888sport führt seit dem 30. Juni 2021 eine deutsche Erlaubnis auf der Whitelist, Inhaber ist die 888 Germany Limited; eine Folgebescheidigung wurde am 15.12.2022 ausgestellt. Die Konzernmutter ist die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, deren Aktien seit September 2005 an der London Stock Exchange gehandelt werden.
Die Holding-Struktur erklärt die Konzernzugehörigkeit, nicht die Erlaubnis. Die deutsche Erlaubnis steht auf die 888 Germany Limited und ist auf der Whitelist eingetragen. Die Frage, welche Marke zu welchem Konzern gehört, ist für die Lizenzprüfung zweitrangig – die Whitelist-Eintragung entscheidet.
Tipico: Im Fokus der Rechtsprechung
Tipico hält seit dem 9. Oktober 2020 eine deutsche Erlaubnis auf der Whitelist, Inhaber ist die Tipico Co. Limited mit Sitz im Portomaso Business Tower, San Ġiljan, Malta. Die Gründung erfolgte 2004 durch Oliver Voigt, Dieter Pawlik, Mladen Pavlovic und Wolfgang Kuentzle. Die Folgebescheidigung stammt vom 9.12.2022.
Tipico steht im Zentrum einer Vorlagefrage an den EuGH. Der BGH hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem EuGH die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Ein Kläger fordert mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Am 19. März 2026 hat Generalanwalt Nicholas Emiliou in der Rechtssache C-530/24 die Möglichkeit bejaht, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit der Ausnahme behördlicher Zusicherung, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Diese Schlussanträge sind nicht das Urteil, aber ein starkes Signal.
Die Frage ist hier: Was bedeutet das für Tipico selbst? Tipico hat eine deutsche Erlaubnis, also keine Vertragsnichtigkeit in Deutschland. Die Verfahren betreffen die Zeit vor der deutschen Erlaubnis und vergleichbare Konstellationen. Wer heute bei Tipico spielt, hat einen gültigen Vertrag auf Basis einer deutschen Erlaubnis.
MERKUR BETS: Freebet mit Einschränkungen
MERKUR BETS wurde am 6. November 2023 mit deutscher Erlaubnis in die Whitelist aufgenommen, Inhaber ist die Merkur Bets Malta Limited. Bei Freebets gilt eine besondere Regel: Es ist kein Cashout möglich; Gewinne werden abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt und Wetten mit Quotenboost sind von der Freebet-Nutzung ausgenommen.
Die Erlaubnis ist jünger als bei den Wettbewerbern – das Erstdatum liegt 2023, nicht 2020. Das bedeutet nicht, dass der Anbieter neu im Geschäft ist, sondern dass die deutsche Erlaubnis neuer ist. Die Malta-Basis der Merkur Bets Malta Limited hat, wie bei Tipico, keine Auswirkung auf die deutsche Erlaubnis. Wer einen Anbieter mit jüngerer Erlaubnis prüft, achtet auf die Frage, wie lange der Anbieter schon Erfahrung im Livewetten-Geschäft hat – nicht nur, wann die Whitelist ihn führt.
Sportwetten.de: Klare Fristen
Sportwetten.de ist seit dem 19. November 2020 auf der Whitelist für Sportwetten gelistet, Inhaber ist die NetX Betting Limited; Folgebescheidigung vom 16.12.2022. Der Willkommensbonus muss binnen 30 Tagen ab Ersteinzahlung umgesetzt werden, wobei vorzeitig per Cash Out ausgewertete Wetten sowie Einzahlungen mit Kundenkarten vom Umsatz ausgeschlossen sind.
Die 30-Tage-Frist ist hart: Wer den Bonus am 1. des Monats annimmt, hat bis zum 30. Zeit, die Umsatzbedingungen zu erfüllen. Wer die Frist verpasst, verliert den Bonus und möglicherweise die damit erzielten Gewinne. Der Ausschluss von Cash-Out-Wetten beim Umsatz ist eine Folge der Spielsuchtprävention – wer den Bonus durchspielt, soll nicht durch vorzeitige Auszahlung den Umsatz verkürzen.
Bet3000: Jüngster Whitelist-Eintrag
Bet3000 ist seit dem 22. April 2026 mit deutscher Erlaubnis auf der Whitelist, Inhaber ist die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta. Das ist das jüngste Erstdatum unter den zehn Anbietern – drei Monate vor dem Whitelist-Snapshot.
Ein junges Erstdatum sagt nichts über die Qualität des Livewetten-Programms. Es sagt, dass der Anbieter die deutsche Erlaubnis erst seit kurzem hat. Wer sich für Bet3000 interessiert, prüft die Tiefe des Sportwettprogramms, die Verfügbarkeit von Cash Out und die Auszahlungsmodalitäten – die Whitelist-Eintragung allein beantwortet diese Fragen nicht.
Häufige Fragen zu Livewetten-Anbietern
Welche Sportwetten-Anbieter haben in Deutschland eine Erlaubnis, und wo steht die offizielle Liste?
Die offizielle Liste ist die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) unter glücksspiel-behoerde.de. Sie führt die Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV mit Domain, Inhaber und Erteilungsdatum. Stand 2. Oktober 2026: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis; nur der Whitelist-Eintrag zählt. Die Whitelist zeigt das Erstdatum, kein Auslaufdatum – eine Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre, eine Verlängerung ist möglich. Die Liste wird von der GGL gepflegt; ein tagesaktueller Blick vor der Anmeldung schützt vor veralteten Informationen.
Wer ist der beste Anbieter für Livewetten, und woran lässt sich das beurteilen?
„Bester Anbieter“ ist eine Frage des Maßstabs. Wer die Tiefe des Livewetten-Programms gewichtet, schaut auf das Sportwettprogramm. Wer Cash Out nutzen will, prüft, ob der Anbieter Cash Out für die gewünschten Märkte anbietet und ob Freebets ausgeschlossen sind. Wer schnelle Auszahlung will, prüft die Zahlungsmittel und die Auszahlungsdauer. Wer auf den Schutz des Spielers achtet, prüft die OASIS-Anbindung und das 1.000-€-Standardlimit. Die Whitelist-Eintragung ist die Grundvoraussetzung, kein Qualitätsurteil – sie sagt, dass OASIS und LUGAS angewandt werden, nicht wie tief das Livewetten-Programm reicht. Wer die Auswahl eingrenzt, gewichtet Erlaubnis, Quotenniveau, Programmbreite, Bedienung und Bedingungen gegeneinander.
Welcher Anbieter hat Cash Out, und welche Regeln gelten?
Cash Out ist eine Anbieterfunktion, kein gesetzlicher Anspruch. Wer Cash Out anbietet, schreibt das in seine AGB. Interwetten kann Cash-Out-Angebote ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren; für Freebets und Bonusgeld ist Cash Out nicht verfügbar. Sportingbet schränkt Cash Out auf Einzel- und Kombiwetten ein, Systemwetten und FreeBet-Wetten sind ausgeschlossen, der Betrag wird erst nach Wettauswertung gutgeschrieben. MERKUR BETS schließt Cash Out für Freebet-Wetten aus und zahlt bei Gewinn den Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes aus. bwin bewirbt Cashout in manueller und automatischer Variante. Wer Cash Out nutzt, akzeptiert den Betrag, den der Anbieter nennt, und nicht zwingend den Preis, den die Wette bei natürlichem Verlauf wert gewesen wäre.
Welche Wetten sind während eines laufenden Spiels erlaubt, und welche nicht?
Während eines laufenden Ereignisses sind nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur Wetten auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse im Spiel erlaubt. „Selten“ meint eine seltene Häufigkeit im Sport, nicht eine seltene Wette. Nächstes Tor im Fußball: erlaubt. Nächster Satz im Tennis: erlaubt. Nächster Punkt im Tennis: nicht erlaubt. Nächster Korb im Basketball: nicht erlaubt. Nächste Ecke im Fußball: nicht erlaubt. Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren sind verboten, Fußball unterhalb der 3. Liga gilt als Amateursport. Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung sind verboten. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. Esports ist nach GGL-Praxis kein Sport, also keine lizenzierten Wetten. Wer eine Wette platziert, die nicht erlaubt ist, läuft Gefahr, dass die Wette storniert wird – der Anbieter ist verpflichtet, nur erlaubte Märkte anzubieten.
Warum werden Livewetten teils abgelehnt, und wie wird die Quote bei der Annahme geprüft?
Eine Livewette wird abgelehnt, wenn die Quote zwischen Klick und Annahme sinkt. Interwetten schreibt: Annahme dauert 5 bis 10 Sekunden, steigt die Quote, wird angenommen, sinkt sie, wird nicht angenommen. Winamax zeigt bei sinkender Quote den neuen Wert an und überlässt dem Kunden die Entscheidung. WettArena kann das Livewetten-Angebot jederzeit ändern und die Wettabgabe sperren; eine Stornierung der Live-Wetten ist nicht möglich. Eine Wette kann auch abgelehnt werden, wenn das Spiel unterbrochen wird, das Ereignis sich verzögert oder ein offensichtlicher Quotenfehler vorliegt. Wer mit einer sich bewegenden Quote spielt, sieht den Preis, den er nach der Annahmephase bekommt, nicht den Preis, den er beim Klick gesehen hat. Das ist keine Marotte des Anbieters, sondern Vertragsbestandteil.
Was fehlt bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis, etwa die Anbindung an OASIS und das Limit über alle Anbieter?
Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind nicht an OASIS, nicht an die LUGAS-Limitdatei und nicht an das 1.000-€-Standardlimit pro Kalendermonat angeschlossen. Sie kennen den Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV nicht. Sie haben keine Insolvenzschutz-Pflicht für Spielerguthaben nach § 6b Abs. 6-7 GlüStV. Im Streitfall gilt deutsches Recht nur eingeschränkt; die Frage, ob ein Spieler verlorenes Geld zurückfordern kann, ist offen und hängt vom EuGH-Verfahren zur Tipico-Vorlage ab. Wer bei einem Offshore-Anbieter spielt, hat diese Schutznetze nicht – und das ist die Folge der fehlenden Erlaubnis, keine Dramatisierung. Die GGL warnt vor illegalen Angeboten; die Whitelist ist der einzige verlässliche Test.
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Inhalt erstellt vom Team «livewetteninfo.com»
